POSToffenII 15.Mai-01.Juni 2009
Künstler:
Barbara Burck

Petra Lorenz

Karolina Kempe

Tim von Veh

Frank Voigt

Martin Puppe

Wolfgang Heisig

Maja Nagel

Sven Abraham

Detlef Lieffertz

Steffen Fischer

Susi Sonnenkalb

Kartin Köhler

Veranstaltungen:
Vernissage am 15. Mai 09
...mit "tonaler Erwärmung" von Michael Breitenbach und Wolfgang Heisig
Einführungsrede von Dr. Sandra Buhl
Ich möchte meine kurze Vorrede mit einem Gedicht von Robert Lax beginnen.
Schreiben ist ein Handeln.
Denken ist ein Handeln.
Betrachten ist auch ein Handeln.
Auch Betrachten?
Nun ja es ist ein Tun.
Jedes Tun ist ein Handeln, selbst ein stilles.
Tun heißt etwas Treiben.
Treiben ist ein Handeln.
Handeln macht mehr Lärm und zeigt mehr unmittelbare Wirkung (manchmal) als Betrachtung.
Aber Betrachten ist ein Handeln.
Betrachtung ist der unbewegte Beweger.“
In einem anderen Gedicht führt er fort, dass wer sich auf stille, wirkliche Betrachtung einlässt, unausbleiblich auch zum Sehen kommt.
Sehen ist einer unserer Sinne. Und Sinne haben zu tun mit:
SINN +
SINNLICHKEIT
BESINNUNG +
BESINNUNGSLOSIGKEIT
SINNLOSIGKEIT aber auch
SINNGEWINN
Wir alle haben Sinne.
RIECHEN
SCHMECKEN
FÜHLEN
HÖREN
SEHEN
Im besten Fall haben wir ‚unsere fünf Sinne beisammen’.
Im noch besseren auch den sechsten und/oder sogar den siebten dazu.
Letztgenannten gab es ein paar Jahre lang sogar regelmäßig im Fernsehen.
(mit erhobenem Zeigefinger)
In unserem Alltag nehmen wir diese unsere Sinne meist nur zweitrangig wahr. Sie sind uns selbstverständliche Begleiter und Bereicherer.
Wenn einer streikt, trifft uns das hart. Sein Fehlen wird nun ebenso deutliche bewusst,
wie seine Anwesenheit uns vorher vornehmlich unbewusst blieb.
Doch die anderen Sinne springen hilfreich bei – übernehmen zum Teil die Funktion des ausgefallenen, gleichen aus, navigieren uns über Umwege durch die Hindernisse und Schönheiten unseres Lebens.
‚Wer nicht hören will muss fühlen’ – ohne Sicht müssen wir uns vorantasten und ohne Geruch und Geschmack verlieren wir die Lust am Essen und damit an einer unserer elementaren Energiequellen.
Sinne und Lust sind sich in uns unverbrüchlich verbunden.
Wenn alle Sinne streiken, scheint Leben nicht mehr lebenswert.
Es ist im doppelten WortSinn sinnlos geworden.
Und Lust haben wir dann auch keine große mehr darauf.
Doch Sinne allein reichen als Sinn nicht aus. Und das ist auch gar nicht ihre Absicht. Sie verbünden sich – man möchte fast meinen hinter unserem Rücken – mit Kognition, Gedanken und Emotionen. Positiven wie negativen.
Wer kennt nicht die Gerüche bei denen unsere Erinnerung sofort Alarm auslöst, Geräusche die Fluchtinstinkt, Wut und Aggression entfesseln, Geschmack, der uns speien macht, Berührungen bei denen sich die Nackenhaare sträuben
und Bilder, die Grauen und Entsetzen in uns befördern.
Aber wer kennt anderseits nicht die Gerüche aus der Kindheit, die uns weich werden lassen. Melodien bei denen uns das Herz aufgeht. Berührungen die wohlige Schauer verschicken und Bilder die uns ins Glück versetzen und Freudentränen aus den Augen treiben.
Kunst spielt mit dieser Verbindung von Sinnen, Gedanken und Emotionen.
Sowohl bei den Produzenten, den Künstlerinnen und Künstlern, den Kunstschaffenden
als auch bei den Rezipienten, Kunstkonsumenten und -genießern.
Sie wirkt über die Vielschichtigkeit unserer Sinne auf Geist, Gefühl und Körper.
Sie kann uns bewegen, trösten, vervollständigen.
Sie birgt Esprit und reicht bis ins Spirituelle.
Egal wie sie daher kommt, spricht sie auf die eine oder andere Weise an.
Hier bei der zweiten POSToffen-Ausstellung haben wir vielfältige Möglichkeiten uns ansprechen zu lassen. Beinahe banal möchte man formulieren: für jeden ist etwas dabei – denn der „offen“! gelassene Spiel- und Freiraum für die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler ist so geräumig wie möglich gehalten worden.
Ob Photographie, Graphik, Installation, Film, Skulptur, Schmuck oder Malerei und die Vermischung der verschiedenen Gattungen – teilweise (wie z.B. heute) sogar auch durch Musik bereichert. Keine Kunstform bleibt unumgesetzt von den Ausstellenden.
Die Frage nach Form, Stil, Material und künstlerischem Mittel wird dabei immer wieder so frei und vielfältig beantwortet, dass wir Besucher staunend-genießend durch diese Ausstellung wie durch
ein belebendes Wechselbad der Eindrücke, Gedanken und Gefühle wandern können.
Was hier an Kunst zusammen gekommen ist, ist tatsächlich beinahe alles, was das Herz begehrt und was dabei sowohl formal wie auch stilistisch so frei wie möglich gestaltet wurde und interpretierbar bleibt.
Dank des Engagements von einigen unermüdlichen Idealisten und dem Erfolg der letztjährigen Veranstaltung haben wir das Glück, uns hier in „alten“ Räumen und neuer Zusammenstellung wiedersehen zu können.
Als ich gefragt wurde, ob ich gern etwas zur Ausstellung sagen wolle,
habe ich mich natürlich selbst gefragt, in welcher Form das geschehen solle.
Eine der interessanten Optionen wäre es natürlich gewesen, Ihnen alle Künstlerinnen und Künstler einzeln vorzustellen und etwas zu deren Arbeiten zu sagen. Aber zum einen hätte das, wenn es allen Ausstellenden gleichermaßen hätte gerecht werden wollen, den Rahmen einer solchen Eröffnungsrede bei Weitem gesprengt und zum anderen haben Sie ja heute die außergewöhnliche Gelegenheit mit fast allen Künstlerinnen und Künstlern direkt ins Gespräch zu kommen.
Barbara Burck Malerei des Fernweh-Lichts
Petra Lorenz Schrift-Bildern und Farbzeichnungen
Karolina Kempe Talisman Schmuck
Tim von Veh Graphik-Kollagen (Graphik-Installationen)
Frank Voigt Computer-Kopf-Reihen
Martin Puppe Stamm-Baum-Installation (Natur zu ihrem Recht)
Wolfgang Heisig graphischen Klang-Installation
Maja Nagel Mischtechnik-auf-Papier + Klangzeichnungensvideo
Sven Abraham Photographien und Photogramme
Detlef Lieffertz malerischen Graphik-Bildern, die alle Kunstzeiten austimen)
Steffen Fischer eigenwillige Variationen zum Herakles-Mythos
Susi Sonnenkalb Kreativtäterin mit ihren Installationen (Kokons undGabelkugel)
Für mich selbst wurde mir außerdem schnell deutlich, dass ich viel gerner als „unbewegte Bewegerin“ im eingangs zitierten Lax’schen Sinne, denn als dozierende Belehrerin vor Ihnen stehen wollte.
Paul Klee hat mal gesagt: „Kunst ist nicht dazu da, dass sie erklärt wird, sondern dazu, dass man sie macht und anschaut!“
In diesem Sinne und im Sinne des eingangs zitierten Gedichts möchte ich Sie noch einmal animieren:
Betrachten Sie das Betrachten als Handeln!
Geben Sie ihm und der hier versammelten Kunst genügend Zeit um zu sehen und gesehen zu werden!
Schalten Sie bewusst all Ihre Sinne ein und überlassen Sie ihnen wenigstens für die Dauer des Besuches hier die Zügel, auf dass sie Geist und Gefühl leiten mögen und Sie vieles SEHEN!
Schreiben ist ein Handeln.
Denken ist ein Handeln.
Betrachten ist auch ein Handeln.
Auch Betrachten?
Nun ja es ist ein Tun.
Jedes Tun ist ein Handeln, selbst ein stilles.
Tun heißt etwas Treiben.
Treiben ist ein Handeln.
Handeln macht mehr Lärm und zeigt mehr unmittelbare Wirkung (manchmal) als Betrachtung.
Aber Betrachten ist ein Handeln.
Betrachtung ist der unbewegte Beweger.“
In einem anderen Gedicht führt er fort, dass wer sich auf stille, wirkliche Betrachtung einlässt, unausbleiblich auch zum Sehen kommt.
Sehen ist einer unserer Sinne. Und Sinne haben zu tun mit:
SINN +
SINNLICHKEIT
BESINNUNG +
BESINNUNGSLOSIGKEIT
SINNLOSIGKEIT aber auch
SINNGEWINN
Wir alle haben Sinne.
RIECHEN
SCHMECKEN
FÜHLEN
HÖREN
SEHEN
Im besten Fall haben wir ‚unsere fünf Sinne beisammen’.
Im noch besseren auch den sechsten und/oder sogar den siebten dazu.
Letztgenannten gab es ein paar Jahre lang sogar regelmäßig im Fernsehen.
(mit erhobenem Zeigefinger)
In unserem Alltag nehmen wir diese unsere Sinne meist nur zweitrangig wahr. Sie sind uns selbstverständliche Begleiter und Bereicherer.
Wenn einer streikt, trifft uns das hart. Sein Fehlen wird nun ebenso deutliche bewusst,
wie seine Anwesenheit uns vorher vornehmlich unbewusst blieb.
Doch die anderen Sinne springen hilfreich bei – übernehmen zum Teil die Funktion des ausgefallenen, gleichen aus, navigieren uns über Umwege durch die Hindernisse und Schönheiten unseres Lebens.
‚Wer nicht hören will muss fühlen’ – ohne Sicht müssen wir uns vorantasten und ohne Geruch und Geschmack verlieren wir die Lust am Essen und damit an einer unserer elementaren Energiequellen.
Sinne und Lust sind sich in uns unverbrüchlich verbunden.
Wenn alle Sinne streiken, scheint Leben nicht mehr lebenswert.
Es ist im doppelten WortSinn sinnlos geworden.
Und Lust haben wir dann auch keine große mehr darauf.
Doch Sinne allein reichen als Sinn nicht aus. Und das ist auch gar nicht ihre Absicht. Sie verbünden sich – man möchte fast meinen hinter unserem Rücken – mit Kognition, Gedanken und Emotionen. Positiven wie negativen.
Wer kennt nicht die Gerüche bei denen unsere Erinnerung sofort Alarm auslöst, Geräusche die Fluchtinstinkt, Wut und Aggression entfesseln, Geschmack, der uns speien macht, Berührungen bei denen sich die Nackenhaare sträuben
und Bilder, die Grauen und Entsetzen in uns befördern.
Aber wer kennt anderseits nicht die Gerüche aus der Kindheit, die uns weich werden lassen. Melodien bei denen uns das Herz aufgeht. Berührungen die wohlige Schauer verschicken und Bilder die uns ins Glück versetzen und Freudentränen aus den Augen treiben.
Kunst spielt mit dieser Verbindung von Sinnen, Gedanken und Emotionen.
Sowohl bei den Produzenten, den Künstlerinnen und Künstlern, den Kunstschaffenden
als auch bei den Rezipienten, Kunstkonsumenten und -genießern.
Sie wirkt über die Vielschichtigkeit unserer Sinne auf Geist, Gefühl und Körper.
Sie kann uns bewegen, trösten, vervollständigen.
Sie birgt Esprit und reicht bis ins Spirituelle.
Egal wie sie daher kommt, spricht sie auf die eine oder andere Weise an.
Hier bei der zweiten POSToffen-Ausstellung haben wir vielfältige Möglichkeiten uns ansprechen zu lassen. Beinahe banal möchte man formulieren: für jeden ist etwas dabei – denn der „offen“! gelassene Spiel- und Freiraum für die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler ist so geräumig wie möglich gehalten worden.
Ob Photographie, Graphik, Installation, Film, Skulptur, Schmuck oder Malerei und die Vermischung der verschiedenen Gattungen – teilweise (wie z.B. heute) sogar auch durch Musik bereichert. Keine Kunstform bleibt unumgesetzt von den Ausstellenden.
Die Frage nach Form, Stil, Material und künstlerischem Mittel wird dabei immer wieder so frei und vielfältig beantwortet, dass wir Besucher staunend-genießend durch diese Ausstellung wie durch
ein belebendes Wechselbad der Eindrücke, Gedanken und Gefühle wandern können.
Was hier an Kunst zusammen gekommen ist, ist tatsächlich beinahe alles, was das Herz begehrt und was dabei sowohl formal wie auch stilistisch so frei wie möglich gestaltet wurde und interpretierbar bleibt.
Dank des Engagements von einigen unermüdlichen Idealisten und dem Erfolg der letztjährigen Veranstaltung haben wir das Glück, uns hier in „alten“ Räumen und neuer Zusammenstellung wiedersehen zu können.
Als ich gefragt wurde, ob ich gern etwas zur Ausstellung sagen wolle,
habe ich mich natürlich selbst gefragt, in welcher Form das geschehen solle.
Eine der interessanten Optionen wäre es natürlich gewesen, Ihnen alle Künstlerinnen und Künstler einzeln vorzustellen und etwas zu deren Arbeiten zu sagen. Aber zum einen hätte das, wenn es allen Ausstellenden gleichermaßen hätte gerecht werden wollen, den Rahmen einer solchen Eröffnungsrede bei Weitem gesprengt und zum anderen haben Sie ja heute die außergewöhnliche Gelegenheit mit fast allen Künstlerinnen und Künstlern direkt ins Gespräch zu kommen.
Barbara Burck Malerei des Fernweh-Lichts
Petra Lorenz Schrift-Bildern und Farbzeichnungen
Karolina Kempe Talisman Schmuck
Tim von Veh Graphik-Kollagen (Graphik-Installationen)
Frank Voigt Computer-Kopf-Reihen
Martin Puppe Stamm-Baum-Installation (Natur zu ihrem Recht)
Wolfgang Heisig graphischen Klang-Installation
Maja Nagel Mischtechnik-auf-Papier + Klangzeichnungensvideo
Sven Abraham Photographien und Photogramme
Detlef Lieffertz malerischen Graphik-Bildern, die alle Kunstzeiten austimen)
Steffen Fischer eigenwillige Variationen zum Herakles-Mythos
Susi Sonnenkalb Kreativtäterin mit ihren Installationen (Kokons undGabelkugel)
Für mich selbst wurde mir außerdem schnell deutlich, dass ich viel gerner als „unbewegte Bewegerin“ im eingangs zitierten Lax’schen Sinne, denn als dozierende Belehrerin vor Ihnen stehen wollte.
Paul Klee hat mal gesagt: „Kunst ist nicht dazu da, dass sie erklärt wird, sondern dazu, dass man sie macht und anschaut!“
In diesem Sinne und im Sinne des eingangs zitierten Gedichts möchte ich Sie noch einmal animieren:
Betrachten Sie das Betrachten als Handeln!
Geben Sie ihm und der hier versammelten Kunst genügend Zeit um zu sehen und gesehen zu werden!
Schalten Sie bewusst all Ihre Sinne ein und überlassen Sie ihnen wenigstens für die Dauer des Besuches hier die Zügel, auf dass sie Geist und Gefühl leiten mögen und Sie vieles SEHEN!
Konzert der Ginsengbonbons im Hof der Alten Post am Montag den 25. Mai 09




Morle Jazz- Konzert am 23. Mai 09




Eindrücke:
Presseberichte:
12. Mai
15. Mai
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